Camerata Bern Podcasts

Foto: Julia Wesely
Wenn ein Musiker wie Steven Isserlis von der heiligen Dreifaltigkeit spricht, meint er natürlich eine musikalische Trinität: Haydn, Mozart und – für Isserlis absolut gleichwertig: Luigi Boccherini. Ob jedoch die Weihrauchmenge verdoppelt wird, wenn einer gleich von zwei Dreifaltigkeiten spricht, sei hier offengelassen. Two Holy Trinities mit Musik auch von Bach, Händel und Scarlatti.
Herzbeben. Ein solches erfuhr Felix Mendelssohn beim Tod seiner geliebten Schwester Fanny. Zu hören ist es nun im Streichquartett f-Moll, das er als Reaktion darauf in der Schweiz schrieb. Vor gut zehn Jahren wiederentdeckt: das Concertino von Mieczysław Weinberg. Und Beethovens op. 131: ein Werk voller Scherz. Überraschend.
Liberté, égalité, fraternité? Nein: Liberté, égalité, musicalité! So muss es heissen, wenn ein Konzert der Freiheit und den Menschenrechten gewidmet ist. Wie in diesem Fall, wo die Berner Stiftung für Freiheit und Menschenrechte anschliessend an das Konzert mit Werken Beethovens, des Kosmopoliten Jean-Marie Leclair und von Composer in residence Gabrielle Brunner ihren Preis an die Friedensaktivistin Nusreta Sivac vergibt.
Dunkel war die Zeit der Pandemie. Und hell soll die Zeit danach sein. Illuminiert durch Musik von Henri Purcell bis David Philip Hefti. Ausschlaggebend für den lichten Namen ist diesmal ein Liederzyklus von Benjamin Britten: Les Illuminations, geschrieben 1939 im Auftrag einer amerikanischen Mäzenin.
Musik gibt sich die Hand. György Ligetis «Alte ungarische Gesellschaftstänze» eröffnen das Rondo, das sich der Schweizer Komponist und Composer in residence der Saison 20/21 der Camerata Bern David Philip Hefti ausgedacht hat. Ein Rondo oder eben ein Reigen von Schubert und Schönberg über Bartók, Veress und Ligeti bis zu Heftis eigenen Sechs Klanginseln (UA), einem Konzert für Violine, Klarinette und Streichorchester.
März 1826, Franz Schubert beklagt sich über das Wetter: «Schrecklich! Fürchterlich!! Entsetzlich!!!» Aber auch sonst geht es ihm nicht besonders. Die Grosse Fuge aus dem 13. Streichquartett des Kollegen Beethoven hat ihn in Schockzustand versetzt. Er braucht einige Monate, doch dann kommt es: sein längstes, schroffestes, grösstes Streichquartett, hingeschrieben in zehntägigem Furor, sein Quartett G-Dur mit der späteren Verzeichnisnummer 887. Die Geigerin Lorenza Borrani hat dem monumentalen Werk eine Fassung für Streichorchester mitgegeben.
Der Tod und die Musik: ein altes Paar. Seit dem Dresdner Organisten August Nörmiger, der vor 500 Jahren einen knochenrasselnden «Toden Tanz» geschrieben hat, sind Komponisten vom Tod fasziniert. Berühmtestes Beispiel: Franz Schubert. Sein Streichquartett «Der Tod und das Mädchen» stand im Zentrum des Konzertfilms der Camerata Bern und des Studios A Blink Film, Zürich.
Vivaldi-Begeisterung nördlich der Alpen. Wie der Genius des Preto rosso die Musikwelt in Dresden und Prag begeistert hat. So, dass ein eigentlicher Fanclub entstand: Vivaldis Freunde. Das Konzert der Camerata Bern mit dem Fagottisten Sergio Azzolini vom Februar 2021 ist hier nachzuhören und -sehen.
Böhmisch-melancholisch. Das fängt bei Antonin Dvořák an und führt bis zu Leoš Janáček und einer Musik, die man nach zwei Takten als böhmisch-melancholische erkennt. Das Camerata-Programm Bohemian Rhapsody. vom Oktober 2020 ist als Konzertaufzeichnung auf Radio SRF2 Kultur hier nachzuhören.

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